Zurück auf den Spielplatz

Die SF Aligse dürfen endlich wieder ans Netz – nach rund einem Jahr Pause: Frauen empfangen den BSV Ostbevern / Männer reisen zum Derby nach Giesen

Volleyball. Sie sind das Warten gewohnt, aber 364 beziehungsweise 357 Tage? Diese Zeitspanne haben die Sportfreunde Aligse seit ihrem letzten Punktspiel in der 3. Liga West überbrücken müssen. Wie groß die Vorfreude auf die Rückkehr ans Netz ist, dürfte also nur schwer in Worte zu fassen sein.

Oder, Harald Thiele? „Ähm, ja, ich kann das schlecht einschätzen. Es fühlt sich komisch an, gemischt, so ungewohnt, weil man nicht weiß, was passieren wird, wo wir stehen“, sagt der Trainer der Aligser Frauen stockend und schiebt mit deutlichen Worten hinterher. „357 Tage sind eine lange Zeit, wir wurden echt entwöhnt. Und gefühlt sind es mehr als 357 Tage.“

Neun Wochen lang haben sie sich auf diesen Tag vorbereitet, ein Jahr nach dem 2:3 gegen den MTV 48 Hildesheim warten müssen, dass sie endlich wieder um Punkte kämpfen dürfen. Insofern dürfte es beinahe egal sein, wer da auf der anderen Seite des Netzes steht. Es ist am Sonntag (16 Uhr) der BSV Ostbevern, ohne gewonnenen Satz in 25 Spielen aus der 2. Liga abgestiegen – aber die Gastgeberinnen würden auch jeden anderen Gegner nehmen. „Es wäre schön“, sagt Thiele, „wenn wir gewinnen. Aber überhaupt wieder spielen zu dürfen, ist schon ein Gewinn.“

Und da „Coach T“ gern in Bildern spricht, vergleicht er sein Team mit Kleinkindern. „Auf den Spielplatz zu gehen, war ein Jahr lang verboten, was für ein Entzug, unvorstellbar. Jetzt dürfen wir wieder auf die Rutsche, schaukeln und im Sand spielen“, philosophiert Thiele. „Diese Freude müssen wir auf die Platte bringen. Langeweile kann bei uns kein Thema sein.“

Das war es auch nicht in der Vorbereitung auf den Kampf um den angestrebten Klassenerhalt. „Wir haben insgesamt vieles anders gemacht, nicht nur bei den Trainingsinhalten. Aber ich glaube, es braucht noch ein bisschen“, sagt Thiele. Was die Vorfreude nicht schmälert.

Peters und Bremmer fehlen

Erik Maul, Trainer der Aligser Männer, bringt es mit einem Satz auf den Punkt: „Wir wollen spielen.“ Und zwar am morgigen Samstag um 20 Uhr im Derby bei der Bundesliga-Reserve des TSV Giesen, 364 Tage nach dem 3:1 gegen die Tecklenburger Land Volleys. Heute im Abschlusstraining werden sie noch einmal die 20 Minuten vor dem Spiel durchgehen. „Damit jeder weiß, wie wir uns warm machen“, sagt Maul, „es ist ja schon 364 Tage her.“ Ruben Peters bereitet das Knie Probleme, Daniel Bremmer die Schulter – das Duo wird fehlen.

■ Ganz nach dem Motto „Fußball-EM 2020“ behalten die Dauerkarten der vergangenen Saison ihre Gültigkeit. Rund 100 hatten die SFA in der vergangenen Saison, die Ende Oktober 2020 abgebrochen wurde, abgesetzt. Und daher wollen sie ihren Fans etwas zurückgeben.

Der Modus der 3. Liga West

Die beiden Teams der SF Aligse mussten sich auf unterschiedliche Modi einstellen. Ab einer Größe von zwölf hat der Verband die Ligen geteilt. Die Staffelstärke der SFA-Männer beträgt nur elf Mannschaften – hier bleibt also alles beim Alten.

Die Staffel der SFA-Frauen ist in zwei Siebenergruppen aufgeteilt worden. Die je drei Bestplatzierten spielen nach der Vorrunde (Hin- und Rückspiel) um den Aufstieg, die übrigen acht Teams kämpfen gegen den Abstieg. Die erzielten Punkte gegen die direkte Konkurrenz der Endrunde werden mitgenommen, in Hin- und Rückspielen geht es nur noch gegen die Teams aus der anderen Vorrundengruppe.

Vier Klubs steigen ab, nur der Meister darf sich Zweitligist nennen. ch

Bildunterschrift: „Wir wollen spielen“, sagt Trainer Erik Maul über die Sportfreunde Aligse. Morgen in Giesen dürfen sie wieder. Foto: Michael Plümer
Quelle: Lokalbeilage von HAZ und NP vom 15.Otober 2021, von Christoph Hage

Anmerkung zum BSV Ostbevern: Das Team wurde Anfang 11/2020 schwer von Corona getroffen und hat infolge dessen den Spielbetrieb vorzeitig beendet. Alle Spiele des BSV  – auch die bereits absolvierten, nach 8 Spielen standen 5 Punkte bei 10:22 Sätzen auf dem Konto –  wurden daher als 0:3 verloren gewertet. Da es aufgrund des Saisonabbruchs in der Dritten Liga keinen Aufsteiger gab, hätte der BSV trotz des letzten Tabellenplatzes  in der 2. BL verbleiben können, hat hiervon jedoch keinen Gebrauch gemacht. 

 

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